Aurelius Augustinus

Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon.
~Aurelius Augustinus~

Donnerstag, 3. November 2016

Easy going Brisbane

Nach entspannten Strandtagen in Noosa folgte Brisbane, die erste richtige Stadt auf meiner Reise seit ich die Schweiz bzw. Deutschland verlassen habe. Es war wie ein kleiner Kulturschock in die Stadt zu kommen und die Vielfalt an Geschäften und Restaurants zu sehen. Gleich am ersten Tag zog ich durch die Stadt, soweit es das Wetter erlaubte, und ging natürlich etwas durch die Fussgängerzone. Irgendwie habe ich mich in dem riesigen H&M - einer der ersten Läden, in den ich gegangen bin - fehl am Platz gefühlt. Alles war so schön ordentlich und alle waren so stylisch gekleidet. Daneben habe ich mich wie ein gammeliger Traveller gefühlt. 

Nun ja, ich war trotzdem sehr froh, mal wieder in einer Stadt unterwegs zu sein. Ich liebe Städte. Warum kann ich gar nicht so genau sagen. Aber es gefällt mir sehr einfach durch die Strassen zu schlendern, interessante Ecken zu entdecken und Menschen zu beobachten. Genau das war auch so toll an Brisbane und wohl auch einer der Gründe, warum ich mich entschied fast eine Woche dort zu bleiben.

Endlich wieder einmal eine grössere Stadt


Gleich am nächsten Tag - der glücklicherweise mit blauem Himmel und Sonnenschein begann - bin ich losgezogen, um die Stadt zu entdecken. Ich bin mit der gratis Fähre über den Fluss an das andere Ende der Stadt gefahren, bin gratis in das Kunstmuseum gegangen und habe anschliessend an einer gratis Führung durch die City Hall teilgenommen, inklusive Auffahrt zum Uhrenturm. Einfach super, diese gratis Angebote in Brisbane. Australien ist so schon teuer genug, da freut sich das Backpacker-Portemonnaie, wenn es mal geschont wird. 

Die City Hall hat mir mit am Besten gefallen. Die Frau, die die Tour geführt hat, war auch Spanien und kannte sich bestens mit der Geschichte von Brisbane aus. Sie führte uns durch das Gebäude und zeigte uns dabei die spannenden Ecken. Die City Hall wurde vor einigen Jahren vollständig restauriert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Unter anderem wurde bei der Restauration eine Wand im Keller des Gebäudes entdeckt, an die vor mehreren Jahrzehnten während des Zweiten Weltkriegs einige Soldaten ihre Dienstnummern geschrieben haben. Zu jener Zeit wurden in diesem Keller Verpflegungspakete an die Soldaten ausgeteilt. Diese enthielten auch Papier und Stifte, damit die Soldaten an ihre Familien schreiben konnten. Die Wand, die entdeckt wurde, war zu der Zeit das Männer-WC. Wir können uns nun also alle vorstellen, wie es damals lief. Die Soldaten bekamen ihre Pakete, gingen aufs WC und kritzelten an die Wand. 

Auch die Auffahrt zum Uhrenturm war sehr interessant. Der Aufzug ist ein Original und der ältere Herr, der uns mit hinaufnahm, musste einen Hebel umlegen, damit es losging. Er erzählte uns einiges zum Turm. Das Ziffernblatt ist zum Beispiel in Bezug auf Durchmesser das grösste in ganz Australien und ehe es die ganzen Hochhäuser in der Stadt gab, zierte ein rotes Licht die Spitze des Turms, damit es von Flugzeugen gesehen wurde. Es war ein kurzer Aufenthalt, aber die Aussicht war grandios. 













Wiedersehen mit einem alten Freund

Auf das hatte ich mich besonders gefreut. John kenne ich von meiner Zeit in London, also seit über neun Jahren. Wir haben zusammen im Pub gearbeitet und später auch in der gleichen WG in London gewohnt. Wir haben uns immer bestens verstanden und ich habe ihn gemeinsam mit meiner spanischen Freundin Eva vor einigen Jahren nochmals in London besucht. Schon damals stand fest, dass er nach Australien gehen wird. In der Zwischenzeit ist er bereits seit über sechs Jahren da und hat den Australischen Pass erhalten.

Wir hatten für den späten Nachmittag an meinem zweiten Tag in Brisbane abgemacht. Er wollte mir ein paar tolle Orte in seiner Wahlheimat zeigen. Nachdem er fertig war mit der Uni, trafen wir uns somit am grossen Casino der Stadt und liefen zu Fuss zu einem seiner alten Arbeitsplätze. Er hat in den letzten Jahren als Manager für mehrere Bars und Clubs gearbeitet und kennt sich auf diesem Gebiet gut aus. Wir probierten mehrere Biere, sogenannte Craft Beers, die alle wirklich sehr gut waren. Später machten wir uns noch auf den Weg zu seinem aktuellen Arbeitsorte - ein Pub im Fortitude Valley. Dies ist das Ausgangsviertel der Stadt und es ist immer etwas los. Zwei seiner Kollegen waren am Arbeiten und wir setzten uns an die Bar, assen ein paar Tacos und tranken ein paar weitere Craft Beers. Ein super lustiger Abend!

Ein paar Tage später haben wir uns dann zu einem Ausflug ans Meer verabredet. Rund ein Stunde fährt man von Brisbane Richtung Norden, um an einen der schönen Strände an der Sunshine Coast zu gelangen. John hat ein Auto und hat mich am Morgen an meinem Hostel in der Stadt  abgeholt. Wir haben an diesem Tag zwei Strände besucht, sind an beiden baden gegangen und in der Sonne gelegen, haben Fish and Chips gegessen und ein Bierchen getrunken. Ein rundum entspannter Tag also. Auch John fand es super mal etwas aus der Stadt zu kommen, weg von Uni und Arbeit. 





Ausflug zum Lone Pine Koala Sanctuary


Da ich in der Stadt schon so ziemlich jede interessante Ecke erkundet hatte, entschied ich mich einen weiteren Tag ausserhalb der Stadt zu verbringen und das Lone Pine Koala Sanctuary zu besuchen. Dies ist ein kleiner Tierpark, der vor allem Koalas beherbergt, aber man kann sich auch andere Tiere anschauen. Unter anderem sind da die Lorikeets - auf Deutsch Loris genannt. Sie leben frei in der Umgebung, kommen aber natürlich gleich angeflogen, wenn es Futter gibt. Ich habe dann auch mal den kleinen Futtertrog gehalten, damit sie fressen können. Die machen einen Lärm, sage ich euch. 
Danach bin ich in das Freihege der Känguruhs, um diese tollen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Es sieht einfach so lustig aus, wenn sie von einer Ecke zur nächsten hüpfen. Ich habe natürlich versucht ein paar Selfies zu machen, was sich doch als recht schwierig rausstellte. Kamera halten und Auslöser betätigen, dabei abwarten, dass das Känguruh in die Kamera schaut und natürlich selbst einigermassen nett gucken. Gut geklappt hat es nicht, aber dafür konnte ich das eine oder andere Tier streicheln. 

Als nächstes ging ich zu Schafhunde-Show. Sie haben uns dort die Fertigkeiten eines Hundes gezeigt, der auf einer Schaffarm tätig ist. Und ich muss sagen, es ist ziemlich faszinierend, wie diese Hunde auf Kommando eine Herde Schafe von einer Ecke in die andere treiben, über Brücke und durch schmale Durchgänge. Präsentiert wurde das Ganze mit nur 20 Schafen, auf den Farmen hat es aber Tausende, die bewegt werden müssen. 

Naja, und dann kam ich zu den Koalas. Wohl die süssesten Tiere, die es gibt. Man konnte für AUD 20 ein Foto mit einem Koala auf dem Arm machen, aber das wollte ich nicht. Ich denke, dass dies ziemlich stressig für diese doch eher entspannten Tiere ist. Sie werden von Arm zu Arm gereicht und die meisten Leute beachten gar nicht gross, dass es sich um ein Lebewesen handelt, das sie dort auf dem Arm haben. Ich habe allerdings die kleine Möglichkeit genutzt, einen Koala zu streicheln. Sie haben so ein weiches Fell und schauen so süss drein. Es war wirklich ein sehr schöner Tag. 










Eine Blumenoase inmitten der Stadt


An meinem letzten Tag habe ich noch einen kleinen Spaziergang unternommen, um ein paar Geocaches zu holen. Und auch hier hat dieses Hobby wieder bewiesen, dass es mich an schöne Ecken bringt, die ich sonst wohl kaum gesehen hätte. Dieses mal bin ich mitten in Brisbane in einen riesigen Park spaziert - das Roma Street Parkland. Im Park hat es einen Teil, der über und über mit bunten Blumen bepflanzt ist. Wirklich ein schöner Ort, den ich bei bestem Wetter besuchen durfte. Überall in den Büschen und im Schatten hatte es grosse Eidechsen. 






Nach fast einer Woche habe ich Brisbane dann verlassen und bin weiter Richtung Süden gereist. Eine Nacht habe ich dabei in Surfers' Paradise verbracht. Dies ist eine Stadt an der Gold Coast, die eigentlich nur aus grossen Hotels und Appartementblöcken besteht. Mir hat es nicht so gut gefallen und ich war froh, dass ich nach einer Nacht weiterreisen konnte. Der Strand ist wunderschön und ich glaube gut und gerne, dass man dort toll Surfen kann. Ich verstehe aber nicht ganz, wie sie es zulassen konnten, diesen schönen Strand mit Hochhäusern zuzubauen. 

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