Teil 2: Die Städte Wellington und Auckland
Mein Abenteuer mit dem grossen grünen Bus war also vorbei. Ich war wieder in Wellington angekommen und mir blieb noch gut eine Woche in Neuseeland. An diesem Punkt war ich schon etwas traurig. Wo war die Zeit hin? Dieses Land ist so unglaublich schön, dass ich eigentlich gar nicht weg wollte. Andererseits freute ich mich auf die Tage in Wellington mit dem Jahreswechsel und auch Auckland wollte ich mir doch mal genauer anschauen.
Wellington ist definitiv einen Besuch wert
Den letzten Tag in 2016 verbrachte ich mit einer Schweizerin, die ich auf der Busreise kennengelernt hatte. Manuela und ich erkundeten gemeinsam die Hauptstadt Neuseelands und verbrachten Silvesterabend miteinander. Wellington ist als "windy city" bekannt und machte ihrem Namen an diesem Tag auch alle Ehre.
Als erstes besuchten wir das Museum Te Papa, was wirklich cool war. Der Eintritt ist gratis und es gibt verschiedene interessante Ausstellungen. Die erste, die wir besuchten, behandelte den Krieg in Gallipoli während des ersten Weltkriegs. Während mir persönlich dieser Krieg wenig sagte, ist es für Neuseeländer ein wichtiges geschichtliches Ereignis. Tausende von Neuseeländern sind in dieser Schlacht gefallen. Es war wirklich sehr gut gemacht. Die Ausstellung war in einzelne Bereiche unterteilt und jeder davon war einer bestimmten Person gewidmet, die zu Beginn als überlebensgrosse Wachsfiguren dargestellt sind. Im weiteren Verlauf kann man Briefe lesen und interaktive Schaubilder bestaunen. Insgesamt fand ich die Ausstellung sehr bewegend. Die gefallenen Soldaten bekamen Namen und Gesichter und man fragt sich am Ende unweigerlich, wofür ein solcher Krieg überhaupt gut sein kann.
Die nächste Ausstellung behandelt das Thema Erdbeben und die unglaubliche Gewalt der Natur. Es gibt viele Informationen zu den tektonischen Platten, die in Neuseeland aufeinander treffen sowie Details zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Zum Schluss der Ausstellung kann man sich in einem nachgebauten Erdbebenhaus etwas durchschütteln lassen. Es gibt in diesem Museum noch viel mehr zu sehen, allerdings konnten wir einfach nicht mehr auf nehmen. Wir hatten ausserdem schon viel über die Maori Kultur während unseres Aufenthalts im Tamaki Dorf gelernt. Deshalb haben wir diesen Teil des Museums bewusst ausgelassen. Stattdessen machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Dieser Spaziergang führte uns schlussendlich zum Mount Victoria, von wo aus wir eine tolle Aussicht über die Stadt geniessen konnten.
Frohes neues Jahr!!
Am Abend trafen wir uns dann, um gemeinsam ins neue Jahr reinzufeiern. Wir entschieden uns für Sushi zum Abendessen und ein paar Drinks in einer netten Bar gleich an der Waterfront. Dort gab es eine riesige Bühne und den ganzen Abend Live Musik. Das Wetter war leider nicht besonders toll, aber wir machten das beste daraus. Gegen Mitternacht gab es ein kleines Feuerwerk und die Strassen waren voller Menschen. Wir trafen noch Freunde von Manuela und gingen noch für eine Weile in eine Bar auf der Cuba Street, Wellingtons Partymeile. Insgesamt war es ein gemütlicher und netter Abend. Keine grosse Party, aber definitiv schön. Ich vertrete ja schon seit ein paar Jahren die Meinung, dass Silvester auch nur ein normaler Abend ist. Ich hatte nette Gesellschaft, gutes Essen und ein paar Drinks sowie ein Feuerwerk. Tip top!
Den ersten Tag im neuen Jahr verbrachte ich mit einigen organisatorischen Dingen. Wäsche waschen, Hostels für Mexiko buchen und die Einreisebestimmungen für die nächsten Länder abklären stand auf dem Programm. In wenigen Tagen würde ich auf einen anderen Kontinent fliegen und war noch nicht wirklich bereit dafür. Ich konnte glücklicherweise das meiste abklären und ein paar Entscheidungen treffen. So habe ich mich später noch mit Manuela getroffen und einen kleinen Spaziergang unternommen und lecker zu Abend gegessen.
Am 2. Januar bin ich schliesslich von Wellington nach Auckland geflogen. Ich wollte noch ein paar Tage in der grössten Stadt Neuseelands verbringen, bevor ich das Land verliess. Ich hatte viel Negatives im Vorfeld gehört. Keiner schien Auckland richtig zu mögen und auch ich hatte nicht gerade einen tollen Eindruck gewonnen als ich dort zwischenzeitlich einen Stopp eingelegt hatte. Trotzdem wollte ich der Stadt und vor allem den vorgelagerten Inseln ein Chance geben. Das Wetter war zwar nicht immer allzu toll, aber es war immerhin nicht kalt.
Die Vulkaninsel Rangitoto Island
Ich entschied mich für einen Tagesausflug nach Rangitoto Island. Dabei handelt es sich um Aucklands jüngsten und grössten Vulkan, der sich erst vor rund 600Jahren überraschend aus dem Meer erhob. Die Insel ist bekannt für den grössten Pohutukawa-Wald der Welt und ist ein Refugium für allerlei Vögel. Der Vulkan gilt als inaktiv und sie erwarten nicht, dass er wieder ausbricht. Allerdings gibt es auf Teilen der Insel grosse Felder voller Lavasteine.
Eine kurze Fahrt mit der Fähre brachte mich auf die Insel und ich begab mich auf eine kurze Erkundungstour. Leider fing es an zu regnen und ich musste mich für eine Weile am Besucherzentrum unterstellen.
Sobald es besser wurde, machte ich mich sofort auf zum Gipfel der Insel. Kurz unterhalb des Gipfels gibt es sogenannte Lavaröhren. Das sind Höhlen, die die flüssige Lava hinterlassen hat. Diese Röhren sind begehbar, eine davon ist rund 50 Meter lang. Mit meiner Handytaschenlampe erforschte ich die Höhlen, was ziemlich cool war. Und auch total ungefährlich. Die einzigen Tiere, die es auf der Insel gibt sind Vögel. Um ein Habitat für endemische Vogelarten wie den Kiwi zu schaffen, wurden alle anderen Tiere auf der Insel eliminiert. Dazu gehören unter anderem Wiesel, Ratten und Marder, also alle Tiere, die den Vögeln und ihren Eiern gefährlich werden können. Danach wurden nach und nach verschiedene Vogelarten auf der Insel ausgesetzt. Funny Fact: auch Angela Merkel war mal vor Ort und dabei als einige dieser Vögel in die Freiheit entlassen wurden. Im Besucherzentrum ist ein entsprechender Zeitungsartikel mit Bild ausgehängt.
Eine spektakuläre Aussicht vom Mount Eden
Eine weiterer Höhepunkt meines Aufenthalt in Auckland war der Aufstieg zum Mount Eden. An meinem letzten Tag in Auckland hatte ich noch ein paar Stunden Zeit, um etwas in der Stadt zu unternehmen. Das Wetter war bestens, so entschied ich mich dazu den Mount Eden zu erklimmen, um von dort die Aussicht auf die Stadt und die Inseln im Golf zu geniessen. Und ich musst sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Der Aufstieg ist wirklich einfach, auch wenn es sich dabei um den höchsten Punkt der Stadt handelt.
Nun heisst es Abschied nehmen
Ja, und das fiel mir ausserordentlich schwer. Neuseeland ist ein traumhaft tolles Land und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr es mir dort gefallen hat. Die Menschen sind offen und hilfsbereit, sie quatschen einfach drauf los und scheinen interessiert zu sein. Die Landschaft und Natur sind vielfältig und überraschen immer wieder aufs Neue. Ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Land so packt. Als ich aber am Flughafen in Auckland stand und dabei war auszureisen, hat sich alles in mir dagegen gewehrt, auch wenn ich mich trotzdem auf den nächsten Abschnitt der Reise gefreut habe. Ich muss definitiv nochmals nach Neuseeland reisen.
Ach, und übrigens: am Flughafen von Wellington sind sie besonders witzig. Schaut einmal, wie das Terminal angeschrieben ist.





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